Mittwoch, 22. Oktober 2014

Psalmgebetsfolge für Menschen, die Gott dienen wollen (nach dem hl. Arsenios von Kappadokien)


 Der Hl. Arsenios von Kappadokien, der Wundertäter, war Priestermönch und
betete viel für seine Mitmenschen. Er betete auch die 150 Psalmen oftmals in vielen
Notfällen: Zum Beispiel betete er den Psalm 42 wenn ein Mensch seine Freiheit
verloren hatte oder den Psalm 17 wenn Erdbeben, Stürme und andere
Naturkatastrophen drohten oder Psalm 33 für die Sterbenden usw. 
 Die folgende Psalmgebetsfolge für Menschen die Gott dienen wollen ist vom
Psalmgebet des ehrwürdigen Heiligen aus Kappadokien geprägt: 

Psalmgebetsfolge für Menschen die Gott dienen wollen
Hilf uns, Gott, unser Retter, um der Herrlichkeit deines Namens willen. Es komme
das Licht des Herrn, unseres Gottes, auf uns, und unserer Hände Werk laß gelingen
bei uns, ja, laß gelingen das Werk unserer Hände. 
(Ps 78, 9; 89, 17)

Psalm 98
Der Herr ist König, zürnen mögen die Völker; er thront auf den Cherubim, es bebe
die Erde. Der Herr ist groß in Sion und erhaben über alle Völker. Preisen sollen sie
deinen großen Namen, denn furchtbar und heilig ist er. Und die Ehre des Königs liebt
das Recht. Du hast Gerechtigkeit bereitet, Recht und Gerechtigkeit in Jakob schufest
du. Erhebt den Herrn, unseren Gott, und werft euch nieder vor dem Schemel seiner
Füße, denn heilig ist er. Moses und Aaron sind unter seinen Priestern, und Samuel
unter denen, die seinen Namen anrufen. Sie riefen den Herrn an, und er hat sie erhört,
in der Wolkensäule sprach er zu ihnen, denn sie bewahrten seinen Weisungen und die
Anordnungen, die er ihnen gegeben. Herr, unser Gott, du hast sie erhört, o Gott, du
wurdest ihnen gnädig und führtest alle ihre Unternehmungen zum Erfolg. Erhebt den
Herrn, unseren Gott, und betet an auf seinem heiligen Berg, denn heilig ist der Herr,
unser Gott.

Psalm 99
Jauchzet dem Herrn alle Welt, dient dem Herrn in Freude, tretet vor ihn mit
Frohlocken. Erkennt, daß der Herr unser Gott ist, er hat uns gemacht und nicht wir,
wir sind sein Volk und die Schafe seiner Weide. Tretet in seine Tore mit Preis, in
seine Höfe mit Liedern, preist ihn, lobt seinen Namen. Denn gut ist der Herr, in
Ewigkeit währt sein Erbarmen, und von Geschlecht zu Geschlecht seine Wahrheit.

Psalm 100
Von Erbarmen und Recht will ich dir singen, Herr, lobsingen will ich und zur Einsicht
kommen auf tadellosem Weg. Wann wirst du zu mir kommen? Ich wandelte in der
Unschuld meines Herzens inmitten meines Hauses. Ich ließ mir nicht vor die Augen
kommen eine gesetzwidrige Tat, die das Gesetz übertreten, die hasse ich. An mir hing
kein verderbtes Herz, wenn sich der Schlechte von mir abwandte, so kannte ich ihn
nicht mehr. Wer heimlich seinen Nächsten verleumdet, den habe ich vertrieben, mit
stolzem Auge und unersättlichem Herzen, mit dem zusammen aß ich nicht. Meine
Augen richteten sich auf die Treuen des Landes, um sie zusammensitzen zu lassen
mit mir. Wer auf tadellosem Wege wandelt, der diente mir. In meinem Haus fand
keine Wohnung, wer hochmütig handelt, wer Unrecht spricht, fand keine Gunst in
meinen Augen. Morgen für Morgen übergab ich dem Tod alle Sünder des Landes, um
auszurotten aus der Stadt des Herrn alle, die Unrecht tun.
Hilf uns, Gott, unser Retter, um der Herrlichkeit deines Namens willen. Es komme
das Licht des Herrn, unseres Gottes, auf uns, und unserer Hände Werk laß gelingen
bei uns, ja, laß gelingen das Werk unserer Hände. 
(Ps 78, 9; 89, 17)

Bitten um Beistand des Heiligen Geistes bei jedem guten Werk:

Troparion, 6. Ton: 
Schöpfer und Bildner des Alls, o Gott, die zu deinem Ruhm begonnenen Werke
unserer Hände leite schnell durch deinen Segen, und erlöse uns von allem Bösen,
denn du bist der einzig Allmächtige und Menschenliebende.
Kondakion, 6. Ton: 
Der du schnell im Beistand und stark in der Hilfe bist, beschirme durch die Gnade
deiner Kraft jetzt, und nach der Segnung stärke und bringe zur Vollendung den guten
Vorsatz der Werke deiner Diener, denn alles, was du willst, kannst du als starker Gott
tun.

Gebet zu Beginn eines jeglichen Werkes, das direkt oder indirekt dem öffentlichen Wohl
dient :
Herr Jesus Christus, du unser menschgewordener Gott, der Du zu unserem Heil
Mühen und Beschwerden erduldet und in uns die Voraussetzungen zu diesem Werke
gewirkt hast, Du hast die heiligen Apostel von ihrer Arbeit weg in Dienst genommen, damit Du den Dienst segnest und heiligst. Du selbst, o Herr, der Du der
erste Arbeiter und Werkmeister unter uns bist, segne uns und dieses unser Werk, daswir heute in Deinem Namen beginnen, damit wir es rasch und glücklich zu Ende
führen. Erleuchte unsere Gedanken und stärke unsere Arme, damit wir stets das
Rechte tun und Taten des Lichtes vollbringen zum Wohle Deines Volkes und zur Ehre
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und immerdar und in alle
Ewigkeit. Amen. 

Gebet zum Beginn einer Arbeit oder eines Werkes ohne Öffentlichkeitscharakter :
Gebieter, Herr Jesus Christus, unser Gott, der Du in unaussprechlicher
Menschenliebe hinabschaust auf das Menschengeschlecht und allen, die Dich bitten,
Deinen Segen gewährest, ihn erbitten und erflehen wir auch jetzt auf uns, die wir
gekommen sind, in der Stärke Deiner Kraft uns unserer Arbeit zuzuwenden; segne
uns und unser Tun. Bewahre uns unbeschadet vor allem Bösen! Gewähre uns und
denen, die mit uns zusammen arbeiten, in Fülle Frieden, Liebe, Einigkeit und
Gerechtigkeit! Gib uns Dein reiches Erbarmen, und lenke unsere Schritte zu allem
rechten Tun. Denn Du bist der Gott der Gnade und des Erbarmens und der
Menschenliebe und Dir senden wir die Verherrlichung empor, sowie Deinem
anfanglosen Vater und Deinem allheiligen und guten und lebendigmachenden Geiste,
jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit. Amen. 

Quelle: http://orth-gemeinschaft-stuttgart.jimdo.com/

On the Creation of the Angels - ST. NEKTARIOS OF PENTAPOLIS


Translated from the Greek original by
Proptopresbyter George Dion. Dragas PhD, DD, DTh

 
1. Did God create, apart from the creation of the sensible cosmos and the creation of man, any other rational beings?
            Yes. He did. God created another super sensible and spiritual world, and other intelligent beings, reason-endowed and self-determined.

2. Whence do we know about the super sensible cosmos?
            We know from the Scriptures of the Old and the New Testament of the existence of the Angels.

3. Where does the Old Testament refer to the existence of Angels?
            a) The first reference occurs in Gen. 16:78, etc., where it relates, that an Angel appeared to Hagar, but thenceforth Angels are mentioned in several chapters of the book of Genesis.
b) Then, there are references to Angels in the book of Deuteronomy, where Moses states, that “when the Most High separated nations as he dispersed the sons of Adam, He placed boundaries for nations according to the numbers of the Angels of God” (Deut. 32:8-9).
c) Likewise, Angels are mentioned in all the books of the Holy Scripture and in the book of Job, where we read: “Behold the Angels of the Lord came to stand before the Lord; and the devil came with them” (Job 1:6). There too we read, that “when stars were made, all my Angels praised me with a loud voice” (Job 38:7, cf. 40:14). Similar references are also in the book of the Kings, of Numbers, etc. [1]     

4. Where does the New Testament refer to the creation of the super sensible cosmos?
            There are many places in the New Testament which refer to angels, or good spirits, as well as evil angels, i.e. devils and evil spirits. In regard to the creation of angels the Apostle Paul relates the following: that “in Him [the Son of God] all things were created, things in heaven and things on earth, whether visible and invisible, whether thrones, or dominions, whether principalities or authorities; all things were made for Him and to Him” (Col. 1:16).


5. Why are angels called spirits?
            They called so because of the spiritual nature and because they are immaterial and incorporeal.

6. Where in Holy Scripture do we read about the incorporeal nature of the angels?
            Luke the Evangelist relates the following: “Touch me and see that spirit does not have flesh and bones as you see me having” (24:39). Also the Apostle Paul, admonishing the Ephesians to put on the whole armor of God so that they might withstanding the skimming of the devil, says: “that the fight is not against blood and flesh, but against the principalities and authorities, the cosmic rulers of the darkness of the present age, the spiritual beings of evil in the heavenly places” (Eph. 6:12-13).

7. What do the Fathers of the Church say about the spiritual nature of the angels?
            The Fathers of the Church say that the angels do not participate in the solid earthly mater. This opinion of the Fathers was also formulated at the Seventh Ecumenical Council at Nicaea in the following way: “These precious and sacred icons, as it was already said, we honor and kiss and venerate as a matter of attributing honor … to the holy and incorporeal angels” (See the relevant Canon). St. Basil attributes to angels a body that is ethereal and fiery; In chapter 16 of his treatise On the Holy Spirit he says: “For the angels have a very fine body, but not totally incorporeal, as God is; hence they are in a place, and they become visible to those who are worthy according to the species of their own bodies.” St. Gregory the Theologian and John of Damascus regard the angels as incorporeal beings in relation to humanity: “an angel is called immaterial in contrast to us; for whatever is compared to God who alone is incomparable, is found to be solid and material; for indeed, only the divine being is immaterial and incorporeal”.[2] The divine Hilary says that every created being is by necessity corporeal.[3] Origen too, took the Angels as having ethereal bodies [4] and so did many other Fathers. [5]

8. Were the Angels liable to sin?
            Yes indeed; because every rational and morally free creation that freely chooses the good is liable to sin; consequently, the angels too. John Damascenos says: “there is also a nature [that of the angels] which is rational, mindful and freely-determined, changeable with respect to choice, i.e. free to change; for everything created is also changeable”. [6]

9. What does Scripture say about this?
            Holy Scripture says that some of the angelic orders fell into sin. The Apostle Jude says: “and the angels that did not keep their own rule, but left their proper dwelling, have been kept by Him in a dark place with eternal chains to be judged on the great day” (Jude verse 6). Also, our Lord Jesus Christ says: that “He saw Satan [7] falling from heaven like a lightening” (Luke 4:18).

10. How are the angels called who did keep their own rule?
            They are called good spirits, in contrast to those that did not do so and are called devils.

11. Are the good angels liable anymore to fall into sin?
            No; because their persistence in love for God and communion, and their free proclivity and choice have become, as it were, a natural and moral necessity, and so they do not decide for anything else but for the good, which is God Himself, who sanctifies them and preserves them in a state of eternal goodness; hence their being rendered unchangeable. Dionysius the Areopagite says: “The angels, not being inclined to move toward evil, but not being motionless, have become totally motionless after the resurrection of Christ not by nature but by grace, for immutability would be to them salvation, since they would no longer fear the change into what is worse and the loss that is thereby incurred. So the Angels have now received the ability to remain unchangeable, having practically learned from the Master the way of salvation and exaltation and assimilation to Him, not by way of pride or conceitedness but of humility or soberness.
12. Are the evil spirits anymore able to return to God?
            No! Firstly because their will has been identified with evil and, as a result, they always choose evil; secondly, because they became and have continued to be enemies to God; and thirdly, because they divorced themselves from God, and to be separated from God is eternal death. Indeed, what is death to the sinner is identical with the fall of the evil angels from their rule.

13. How many are the angelic orders, that is, the orders of the heavenly Hierarchy?
            The angelic orders are nine, and are divided into three triadic arrangements. The first triad into: Seraphim, Cherubim and Thrones; the second triad into: Dominions Powers and Authorities; and the third triad into: Principalities, Archangels and Angels.

14. What do the Scriptures say about the number of the Angels?
            The Scriptures say, that the number of the Angels is very great: “thousands of thousands,” and “myriads of myriads” (Dan. 7:10), “more than ten legions of Angels” (Matth. 6:33), “a multitude of heavenly armies” (Luke 2:13) and “myriads of Angels” (Heb. 12:22).

15. What do the Scriptures say about the power of the Angels?
            They say that it is supreme and operates in the spiritual and material cosmos; hence their being called in Scripture “mighty angels” and “excelling in might” (II Thess. 1:7, Ps. 103:20 and II Kings 19:35).

16. What are the occupations of the Angels?
            They see the face of God and worship Him, and they also minister to the decisions of the divine Providence (Matth. 18:10, Rev.  5:11, I Pet. 1:12, Gen. 28:12, Acts 12:7,23, Ps. 91:10-12, II Kings 19:35, I Chronicles 16, Matth. 13:30-39 and 25:17).

17. Are the Angels immortal by nature?
            No. They are such by grace, because they are creatures of God. John Damascenos says, “an angel is a mindful being … that is immortal not by nature, but by grace; because whatever being has a beginning also has an end by nature; and only God who is everlasting and transcends all everlastingness, etc., is immortal”. [8]
18. What are the different meanings that the term “angel” has in Scripture?
            It means Common Envoys (Job 1:14, Luke 7:24, 9:52), Prophets (Is. 42:19, Mal. 3:1), Priests (Mal. 2:7), sacred preachers of the New Covenant (Rev. 1:20), Impersonal Agencies as, for instance, a pillar of cloud (Ex. 14:9), aPlague (II Sam. 24:16,17), Winds (Ps. 104:4), Pestilence –a name give to the evil angels (Ps. 78:49), a thorn in the flesh of Paul, an angel of Satan (II Cor. 12:7), the second Person of the Holy Trinity: an Angel before Him or an Angel of the Covenant (Is. 63:9, Mal. 3:1). But the word is applied to the heavenly rational beings (Matth. 25: 31).

19. What were the Cherubim?
They were some ideal beings, consisting of four parts, i.e. of man, ox, lion and eagle; the superior face was that of man, but the number of the faces, feet and hands differed according to circumstances (Ezek. 1:6; cf. Ezek. 41:18-19, and Ex. 25:20).

20. What is the etymology of the word Seraphim and what do the Scriptures teach about them?
            The word Seraphim denotes something that burns, or glitters, ordazzles, and it appears in Scripture only once (Is. 6:2,6).

21. Is there any proof that angels belongs to different classes?
             Yes indeed; 1) from the language of Scripture; Gabriel is distinguished by the fact that he stands before God (Luke 1:19) in some kind of lofty sense; and Michael is referred to as being one of the first archons (Dan. 10:13). In addition, the adjectives, archangels, thrones, principalities, dominions, powers (Jude 9 and Eph. 1:21) bear witness to a variety of classes.

*******

[1] Moses does not mention the creation of the Angels in Genesis in the chapters relating to the creation of the cosmos, because his purpose was to teach about the creation of the visible world (See Chrysostom, Ps. 8:4, Iobios the Monk in Photios Bibliotheca Codex 222, p. 591). Athanasius (question 4) says: that he might not provide an excuse to the Jews for idolatry (See Theodoret, question 2 in Difficulties in Genesis and Chrysostom On Genesis Hom. 1). In regard to the time of the creation of the Angels the opinions of the theologians differ. Origen regards the creation of the Angels to have preceded the creation of man and of the sensible cosmos. Gregory the Theologian, Basil the Great, John Chrysostom, John Damascenos and other Fathers teach that Angels were created before the visible creatures. Theodoret holds that they were created on the first day, when, that is, God created heaven and earth according to the first verse of the first chapter. St. Epiphanius also agrees with this view. From Job 38:1 the conclusion is drawn that on the fourth day there were Angels around; because the Lord says to Job: “When the stars were made, all my Angels praised me with a very loud voice.” The distinction of various orders among the numerous angels (Dan. 7:10, Matth. 26:53, Luke 2:13, Heb. 12:22, Rev. 5:11) is acknowledged, apart from the Fathers (Clement of Rome’s 6:1, 6:16, 7:2, Cyril of Jerusalem’s Catechisms 6:6, 7:11, 11:11, 17:23, Gregory the Theologian’s Oration 34, Damascenos’ Accurate Exposition of the Orthodox Faith II:3, and especially Dionysios the Areopagite’s Heavenly Hierarchy 6 and others) by Holy Scripture itself, which distinguishes: Angels (I Pet. 3:22ff), Archangels (I Thess. 10:16, Jude 9), Cherubim(Gen. 3:24, Rev. 4, 5, 6), Seraphim (Is. 6:2,1), Powers (Eph. 1:21, Rom. 8:31), Thrones, Principalities, Authorities and Dominions (Eph. 1:21, Col. 1:16, Rom. 8:31, Dan. 10:13); and so the Fifth Ecumenical Synod condemned Origen who said among other things, that all the angels were of the same nature and power and only after some of them rebelled were they separated into orders (See Fifth Ecumenical Synod, canons 2 and 14). See also Dan. 7:10, Ps. 96:1, 102:20, 148:2, Rev. 4:1, 7:11-12, Basil the Great’s On Psalm 27On Isaiah 6, Gregory the Theologian’s Oration 34, Theodoret’s Epitome of the Divine Dogmas 7, John Damascenos’Accurate Exposition 2:10. Ps. 101:20.
[2]  Damaskenos, Exposition of the Orthodox Faith, II:18.
[3]  On Matthew, ch. 2.
[4]  On First Principles, I:7 and II.
[5]  See The Rudder of St. Nicodemos, p. 131, note 1.
[6]  Damascenos, Exposition of the Orthodox Faith, II:18.
[7] Satan means enemy, that is, enemy of God and of human beings, of goodness and every virtue, and source of every evil in the world. The word Satan appears five times in the Old Testament. I Chronicles 21, Job 1, Zachariah 3. In the New Testament there are 25 references where the word devil is used in the same sense. 
[8]  Damascenos, Exposition of the Orthodox Faith, II:16.

http://o-nekros.blogspot.de/

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Saint Nicolas Velimirovitch - Homélie sur le mystère de la Sainte Trinité


"Car il y en a 3 qui rendent témoignage dans le Ciel, le Père, le Verbe et l'Esprit Saint : et ces 3 sont Un. Et il y en a 3 qui rendent témoignage sur la terre : l'esprit, et l'eau, et le sang, et ces 3 sont ensemble" (1 Jean 5, 7-8).
Quand nous lisons les Saintes Ecritures, nous devons être attentifs au sens de chaque mot. Dans une lecture précipitée, par exemple, l'œil ne percevra pas la distinction que l'Evangéliste fait entre la Trinité céleste et la trinité terrestre. A propos de la Trinité céleste, il dit : "et ces 3 sont Un", mais à propos de la terrestre, il dit : "et ces 3 sont ensemble". Il y a une différence radicale entre "être un" et "être ensemble". Le Père, le Fils et le Saint Esprit sont un, tandis que l'esprit, l'eau et le sang sont seulement ensemble, sans être un. Tous les hommes sur terre sont ensemble, mais ils ne sont pas un. L'eau et le sang constituent le corps, mais l'esprit est l'esprit. "Car lachair a des désirs contraires à l'esprit, et l'esprit en a de contraires à la chair"Gal. 5 : 17), aussi ils ne sont pas un, bien qu'ils soient ensemble. Quand un homme meurt, cette association est rompue et l'eau va dans une directionet l'esprit dans une autre. Dans le même temps, la divine Trinité dans le ciel n'est pas simplement ensemble, mais Elle est Un.
Mais il y a une trinité dans le ciel intérieur de l'homme, qui doit devenir non une simple association, mais une unité, pour qu'il puisse être béni à la fois dans ce monde, et dans celui à venir; c'est l'unité de l'esprit, du cœur et de la volonté. Tant que ces 3 sont seulement en association, l'homme reste en guerre avec ses 3 parties et la Trinité céleste. Quand, par contre, ces 3 deviennent unies, quand l'un n'est pas dominant et l'autre n'est pasasservi, alors cet homme est rempli de la paix qui surpasse toute compréhension (Phil. 4 : 7), tout discours, touteexplication, toute crainte et toute peine. Alors le petit ciel à l'intérieur de l'homme commence à être comme legrand ciel de Dieu, et l'image et la ressemblance de Dieu deviennent claires en lui.
O Dieu trinitaire, aide nous à acquérir quelque ressemblance avec ceux qui Te ressemblent. A Toi soient la gloireet la louange pour toujours. Amen.

Saint Nicolas Velimirovitch, évêque d'Ochrid, Serbie (+ 05 mars 1958), rescapé de Dachau puis des persécutions communistes, auteur du "Prologue d'Ochrid".

Altvater Porphyrios "Gebet, Schweigen und Liebe" als Erziehungsmodell

Aus: „Ein Wort über die Erziehung der Kinder“

Altvater Porphyrios von Kavsokalyvia
Wirksam sind nur Gebet, Schweigen und Liebe. Habt ihr denn die Früchte des Gebets verstanden? Wirklich hilft die Liebe im Gebet, die Liebe in Christus. Solange ihr die Kinder nur mit menschlicher Liebe liebt, welche oft selbstsüchtig ist, wird deren Betragen schlecht sein. Aber wenn eure Liebe für einander und zu euren Kindern christlich und heilig geworden ist, dann wir es bei Euch auch keinerlei Probleme geben. Die Heiligkeit der Eltern rettet die Kinder. Damit solches geschieht, ist notwendig, dass die göttliche Gnade auf die Seelen der Eltern einwirkt. Niemand wird heilig aus sich selbst heraus. Denn letztlich erleuchtet einzig die göttliche Gnade, wärmt und macht die Seelen der Kinder lebendig.
Oft werde ich sogar aus dem Ausland angerufen, und sie stellen mir Fragen über ihre Kinder und über andere Dinge. Da rief eine Mutter aus Mailand an und fragte, wie sie sich zu ihren Kindern verhalten soll. Ich sagte: „Bete, und wenn nötig, sprich’ zu den Kindern mit Liebe. Bete doch mehr und sprich weniger. Wir alle brauchen mehr Gebet und weniger die Worte. Seien wir nicht so aufdringlich, wir sollen insgeheim beten, und erst danach sprechen, und dann wird Gott uns fühlen lassen, ob andere Menschen unsere Worte wahrnehmen. Wenn nicht, dann lasst uns nicht sprechen. Lasst uns nur insgeheim beten, da wir durch viele Worte zudringlich werden und andere zwingen, sich zu widersetzen und manchmal auch zu empören. Darum ist es besser, durch stilles Gebet sich den Herzen anderer Menschen zuzuwenden, statt ihren Ohren.
Hör’ mal, was ich dir sage: bete, und dann erst sprich. So geh’ mit deinen Kindern um. Wenn du ihnen die ganze Zeit Ratschläge gibst, dann werden diese ihnen zur Last fallen, und wenn sie heranwachsen, werden sie Druck empfinden. Gib also dem Gebet den Vorzug. Sprich mit ihnen durch das Gebet. Sag’ alles Gott, und Gott wird mit ihnen sprechen. Es ist nicht nötig, Kindern Ratschläge zu geben durch die Stimme, welche ihre Ohren hören. Du kannst auch das tun, aber vorher musst du über deine Kinder mit Gott sprechen. Sprich: „Herr Jesus Christus, erleuchte meine Kleinen. Ich vertraue sie Dir an. Du gabst sie mir, aber ich bin schwach und kann sie nicht lenken, deshalb bitte ich Dich, erleuchte sie.“ Und Gott wird mit ihnen sprechen, und sie sagen: „Oh, es wäre besser gewesen, die Mutter nicht zu betrüben mit dem, was ich getan habe“. Und das wird ihnen zum innersten Gefühl, durch die Gnade Gottes.
Gerade das ist das Ideale: dass die Mutter mit Gott redet, und Gott mit dem Kind. Sonst sprichst du, und sprichst, und sprichst… und all das saust zum einen Ohr herein, und zum anderen hinaus, und letzten Endes wird das dann als Druck empfunden. Und wenn das Kind heranwächst, kommt eine Reaktion – es beginnt sich auf die eine oder andere Weise an seinem Vater und seiner Mutter innerlich dafür zu rächen, dass sie es damals unter Druck setzten. Aber idealerweise soll sprechen die Liebe in Christus, und die Heiligkeit wirken von Vater und Mutter. Ausstrahlung der Heiligkeit, nicht menschliche Anstrengungen machen Kinder gut.
Wenn Kinder traumatisiert sind oder aus irgendeinem ernsthaften Grund leiden, dann beunruhigt euch nicht wegen ihres Widerstands und der Grobheit. In Wirklichkeit wollen sie sich gar nicht so aufführen, aber sie können nicht anders in schwierigen Augenblicken. Hinterher bereuen sie. Aber wenn ihr selbst gereizt seid oder in Zorn verfallt, dann steht ihr auf der Seite des Bösen, und der spielt mit euch allen.
Altvater Porphyrios von Kavsokalyvia
Quelle: Portal des Wortes (Портал Слово)

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Saint Taisia


 There lived in Egypt in the fourth century a young Christian girl by the name of Taisia. Orphaned at an early age, she decided never to marry and to dedicate her life to serving the God she loved. With the money left after her parents' death, she fed beggars, cared for the sick, and gave lodging to pilgrims. In this way she gradually exhausted her wealth and fell into poverty.
       Whatever his state, man faces a struggle with various temptations. Those who are rich and fortunate may become prideful and forget God and their neighbor, while poverty brings another kind of trial-- for example, the temptation to acquire money by dishonest means. Taisia succumbed to this kind of temptation. Frightened by poverty and want, she began to live in sin and turned her back on the Lord's commandments. The desert fathers of Sketis, near Alexandria, heard about this. They knew Taisia, because when she was still living a righteous life they used to visit her and she gave them a place to spend the night and took care of their needs. Deeply saddened on learning of her fall, they asked their superior, Abba John "the Dwarf," to go see her. "She was so kind to us," they said. "She took us in and fed us. And now we can help her, in our concern for her salvation. You, holy Father, are gifted with wisdom. Go to her and try to save her soul which is perishing. Meanwhile, we shall all pray that the Lord help you."
      Abba John made his way to the city where Taisia lived. When he knocked at the door, her servant didn't want to let him in, but he insisted: "Tell your mistress that I have brought her something valuable.'' The maid-servant passed on the message. "While walking along the Seashore," said Taisia, "these monks Sometimes find pearls. Show him in."
      The monk entered. He sat down near Taisia and, looking at her in silence, bowed his head and began to weep. Taisia was bewildered. "Why are you crying, holy father?" she asked.
      "How can I not weep," answered Abba John, "when I see that you have forsaken the eternal God, scorned His bright bridal chamber and are pleasing the devil with your deeds?" Like a flaming arrow, these words pierced Taisia's heart. Suddenly she understood the sinfulness of her present life, and she asked the monk: "Will God accept the repentance of such a sinner as I?"
      "He will!" replied the monk joyfully. 'The Lord is waiting for you to turn to Him once again. He will welcome you with love and lead you into His bridal chamber; and the angels will rejoice over you, for according to the words of the Saviour Himself, a single repentant sinner causes all the powers of heaven to rejoice."
      "Holy father," begged Taisia, "take me away from here at once!" 
      Abba John arose, and Taisia followed him then and there. She didn't even say a word to her servants, thinking of one thing only--how to find the path to salvation. The elder was amazed at her sudden terror, and prayed to God that He support her in her good intent and help her return to Him.
      They left the city and walked for a long time. In the evening they reached the desert. The elder advised Taisia to rest. She lay down on the sand while he, protecting her with the sign of the Cross, went a short distance away to Pray. After praying he, too, lay down to rest. The monk awoke about midnight.
    He was struck by an unusual brilliance: from heaven a stream of light was directed to the very place where Taisia was lying, and the monk could see that along this stream angels were carrying a soul to heaven. Astonished, he went up to Taisia and, bending down, he saw that she had died. The elder fell to his knees and began to pray. Suddenly he heard a voice: "The Lord accepted her repentance. She did not spend a long time in repentance, but it was more fervent and deeply heartfelt than many who have been serving the Lord for a longer time."
      Abba John buried the body of the righteous Taisia and, returning to Sketis, told the brethren what had happened. All glorified and gave thanks to God Who showed His mercy to a repentant sinner, calling her to Himself in the opportune moment of repentance.

(Translated from Izbranniye Zhitiya Sviatikh,  compiled by A.N. Bakhmeteva; Moscow, 1872)

Die heilige Neumärtyrin Maria von Kreta


Diese heilige Tochter stammte aus Kreta, aus einem Dorf namens Kato Fourni in der Provinz Merambellou. Sie lebte während der Jahre der osmanischen Herrschaft1 und wuchs in ihrer griechischen Familie als orthodoxe Christin auf. Ihr Leben verlief friedvoll, bis ein Türke, ein Polizeibeamter, sich in sie verliebte. Er verlangte von ihr, sich mit ihm zu vermählen, und vorher nach den Geboten seiner Religion ihren Gottesglauben abzulegen und zum Islam überzutreten.
Maria ignorierte anfangs seine Liebesbekundungen und Forderungen, doch er wurde immer aufdringlicher. Um keinen Preis der Welt wollte sie jedoch den Glauben an ihren geliebten Jesus Christus verraten! Sobald sie das Haus verließ, folgte er ihr auf Schritt und Tritt, versuchte sie umzustimmen und für sich zu gewinnen, gab ihr mannigfaltige Versprechungen und bekundete ihr seine vermeintliche Liebe. Deswegen erklärte sie ihm eines Tages ohne Umschweif, dass sie ihn niemals heiraten würde, weil sie eine Christin war!
Als der Türke dieses Bekenntnis aus ihrem Munde hörte, verwandelte sich seine vermeintliche Liebe in grenzenlosen Hass. Er fühlte sich verschmäht und von der jungen Griechin zutiefst beleidigt und in seiner Männerehre verletzt. Sie war bloß eine junge Frau und gehörte dem unterdrückten Volk der Griechen an, dem er sich als Staatsorgan überlegen fühlte. In seinem Herzen verspürte er Rachegelüste. Er würde ihr alles heimzahlen. Maria hoffte indes, nicht mehr von diesem Menschen belästigt zu werden, der den Frieden ihrer Familie störte. Dabei wusste er doch, dass sie eine Christin war. Und sie wusste um die Gefahr, die jetzt auf sie lauerte, weil sie sich seinem Wunsch nicht beugen würde. Doch die Angst vor seiner Rache war nicht so groß wie die Liebe, die sie für Jesus Christus und für ihre Abstammung empfand.
Eines Tages, im Jahr 1826, kletterte Maria auf einen Maulbeerbaum hinauf, um Blätter für die Seidenraupen zu sammeln. Der Türke, der sie bis dorthin verfolgt hatte, kletterte ebenfalls auf den Baum und tauchte unerwartet zwischen den Ästen auf! Bevor sie reagieren und vom Baum absteigen konnte, zuckte er eine Waffe und schoss ihr eine Kugel direkt in die Brust. Diese Kugel durchfuhr das reine Herz, dass er nicht hatte erobern können, nicht mit den Versprechungen und auch nicht mit seinen Drohungen. Maria fiel von Ast zu Ast leblos auf den Boden hinab. Ihre schöne Seele hatte sie ihrem himmlischen Bräutigam übergeben. Die Familie fand sie später auf und beweinte sie mit bitteren Tränen. Der Mörder jedoch wurde niemals zur Rechenschaft gezogen und niemals auf Erden für seine ungerechte und grausame Tat bestraft, weil die junge Maria eine Griechin und Christi war. Möge Sich Gott seiner Seele erbarmen.
Das Gedenken der Neumärtyrin Maria feiert die heilige Orthodoxe Kirche am 29 Mai/11 Juni eines jeden Jahres.


1Kreta war ung. von 1669-1898 von den Osmanen besetzt

Die heilige jungfräuliche Märtyrerin Markella


Das Kloster zu Ehren der heiligen Markella befindet sich am malerischen Strand von Volissos, einem der größten Dörfer von Chios1. An diesem Ort fand im Jahre 1500 n. Chr. das Martyrium der heiligen Markella statt.

Die Namen der Eltern der in Volissos2 geborenen heiligen Markella sind uns leider nicht überliefert worden. Der selige Nikēforos von Chios berichtet uns in seinen Schriften jedoch, dass ihre Mutter eine gläubige Christin war, während ihr Vater zwar als Kleinkind getauft worden, aber nicht gläubig war. Diese gottesfürchtige Mutter verstarb früh, als ihre Tochter noch ein kleines Mädchen war. Markella entwickelte sich dennoch zu einer tugendreichen und hübschen jungen Frau, dem guten Beispiel ihrer Mutter folgend. Sie zeichnete sich durch ihre innige Liebe zu Christus, wie auch durch ihre Gutmütigkeit und Reinheit des Körpers und der Seele aus. Mit großem Eifer gab sie sich dem Gebet, aber auch anderen gottgefälligen Beschäftigungen hin, wie dem Fasten und den Werken der Barmherzigkeit. Sie war in allem ein wahres Kind der heiligen Kirche.Weil sie sich selbst, als unbefleckte Braut Christi, vollkommen Gott widmen und der Welt entsagen wollte, wies sie alle Heiratsgesuche junger Männer entschlossen ab.
Der Widersacher Luzifer jedoch, der alle Tugend hasst, wollte dieses Geschöpf Gottes bezwingen. Doch es war ihm unmöglich, durch unreine Gedanken Markella zu beeinflussen, weil sie sich mannhaft und weise mit dem Gebet gegen diese wehrte. Sie war keine geistige Tochter der Urmutter Eva, die mit Freude auf das hinterlistige Geflüster des Menschenfeindes gehört hatte, um daraufhin die paradiesische Heimat verlassen zu müssen. Selbst die heimtückische Leidenschaft des Hochmutes konnte er nicht in ihrem Herzen wecken, deswegen gab er den direkten Krieg gegen sie auf. Schließlich erdachte er sich eine List, die für die Christen ungeheuerlich war und allein aus diesem üblen Geist entspringen konnte! Er trat in den Vater ein, der ein verdorbenes Dasein führte und dessen Herz aus diesem Grund von der göttlichen Gnade verlassen war.
Zuerst besah er seine Tochter und ihre jugendliche Schönheit mit zügellosen Augen, woraufhin er mit unzüchtigen Gedankenbildern angegriffen werden konnte. Aus diesen entstand durch seine eigene freie Einwilligung die Bereitschaft dazu, die unreinste der Sünden zu begehen. Er begann, getrieben von krankhaften Gelüsten und dämonischen Einflüssen, das Gesetz Gottes aber auch jenes der Menschen zu verachten, und seine Tochter fleischlich zu begehren! Als der Elende, der keine Gottesfurcht besaß, beschloss, sich an ihr zu vergehen, war Markella ungefähr 18 Jahre alt. Er versuchte anfangs mit vielen Versprechungen und wohlklingenden Worten seine Tochter dazu zu überreden, Christus zu verleugnen und diese abscheuliche Sünde freiwillig mit ihm zu begehen. Als sie ihn immer wieder abwies und er erkannte, dass sie niemals ihre Zustimmung zu dieser Tat geben würde, beschloss er, nunmehr mit Gewalt sein Verlangen zu stillen.
Bestürzt und verletzt von den schamlosen Absichten ihres kaltherzigen Vaters verließ sie das Elternhaus und floh wie ein gejagtes Reh in die umliegenden Berge, um ihre Reinheit bewahren zu können. Sie versteckte sich im Buschwerk vor ihm, bis ein Schafhirte, der sie beobachtet hatte und gewiss nichts von den schrecklichen Absichten des Vaters wusste, dem Vater ihren Aufenthaltsort verriet. Und als dieser sie tatsächlich entdeckte, entzündete er die Sträucher, um sie wie ein wildes Tier aus ihrem Versteck zu treiben! Sie schaffte es wieder zu entkommen und lief, bis sie die Küste erreichte. Aber auch dorthin folgte ihr ihr Vater und beschoss erbarmungslos ihren zarten Körper mit Pfeilen, bis sie von einem der Pfeile getroffen und verwundet wurde.
Markella verlor alsbald ihre Kräfte und fiel auf die harten Felsen der Meeresküste. Verzweifelt richtete sie ihren Blick und ihr Herz gen Himmel und flehte: “Herr, öffne diesen Felsen, damit ich mich in ihm verbergen kann“! Denn es gab keinen anderer möglichen Fluchtweg und nichts fürchtete sie mehr, als ihrem schamlosen Vater hilflos in die Hände zu fallen. Plötzlich tat sich der Felsen tatsächlich unter ihr auf! Als ihr Folterer sie erreichte, war sie bereits bis zur Hüfte eingetaucht, doch das war genug, um ihren Vater davon abzuhalten, sie zu schänden. Ihre Reinheit vor Gott und das ewige Leben war ihr wichtiger als das vorläufige Leben, das sie sicherlich durch ein elendes Einverständnis hätte retten können.
Der Vater erstarrte beim Anblick dieses offensichtlichen Wunders, doch Reue empfand er nicht; es war vielmehr so, dass sein Zorn noch mehr aufloderte, weil er seine Gelüste nicht mehr befriedigen konnte. Er nahm ein scharfes Messer zur Hand und schnitt seiner Tochter wie im Wahn beide Brüste ab. So war es einst auch der Erstmärtyrerin Thekla ergangen. Wie muss sich diese junge Frau, diese zarte unberührte Knospe, bloß gefühlt haben, als ihr eigener Vater, der sie eigentlich schützen und liebevoll vor allem Übel bewahren sollte, wie ein Tyrann so gnadenlos malträtierte? Am Ende vollendete er sein grausames Werk, indem er Markella enthauptete und ihr seliges Haupt ins Meer warf. Das Haupt der Märtyrerin erhellte daraufhin ein übernatürliches Licht und es hielt sich mit der Hilfe Gottes über Wasser, bis es von einem italienischen Schiff entdeckt und an Bord gezogen wurde. Die übrigen Reliquien der Heiligen sollen sich immer noch im Inneren des Felsens befinden, der eine deutliche rote Färbung angenommen hat, wie auch andere Steine, die sich dort befinden, wo das Blut der Heiligen geflossen war.
Auf diese Weise erhielt die heilige Markella den niemals verwelkenden Siegeskranz der Märtyrer Christi. Denn gewiss hätte die göttliche Allmacht sie von den Händen des Mörders befreien können; doch durch diesen gewaltsamen Tod erhielt sie nebst der schneeweißen Tracht der Jungfräulichkeit zusätzlich das kostbare purpurne Gewand des jungfräulichen Blutes.
Durch das zu Unrecht vergossene Blut der Märtyrerin verwandelte sich das Meerwasser in Weihwasser, das durch einen kleinen Spalt im Felsen der Heiligen auf rätselhafte Weise entspringt und viele Heilungen vollbringt. Dort, wo sich Markella im Gebüsch versteckt hatte, errichteten die Gläubigen zu ihren Ehren eine Kirche und dort, wo sich der Fels geöffnet hatte, ein Kreuz zur Erinnerung an das Wunder.
Unzählige Heilungen, die bis heute unter den Gläubigen durch die Fürbitten Markellas stattfinden, bestätigen die Heiligkeit der Märtyrin. Zeugen dieser göttlichen Zeichen sind unter anderem große und heilige Persönlichkeiten der orthodoxen Kirche, wie z.B. der heilige Makarios Notaras, Bischof von Korinthos, der heilige Nektarios, Bischof von Pentapolis, und auch der heilige Nikēforos von Chios, der ihre Biographie niederschrieb und ihren Bittkanon verfasste.
Wie man im Neon Leimonarion* nachlesen kann, fanden besonders im 17. und 18. Jahrhundert zahlreiche Wunder statt, von denen einige niedergeschrieben wurden. Dazu gehören unter anderem die Heilung zwei kranker Priesterkinder, die Errettung einer Frau vor dem Tod in Agio Giorgis, die Heilung eines blinden Kindes, eines krebskranken Mädchens aus Psara und eines Gelähmten. Vielleicht erfreut es die Leser, wenn wir auch einige Beispiele der jüngeren Jahre hier aufführen:
Im Jahre 1992 berichtete der Augenzeuge Pfarrer Nikolas Makris unter anderem von folgenden Vorfällen:
- Während einer Pilgerfahrt zum Heilgenschrein begann der Priester damit, die Hymne der Heiligen Markella zu singen. Im selbigen Moment begann die See zu dampfen und das Wasser verlor seinen salzigen Geschmack, wurde zu heiligem Wasser. (Oft wird davon berichtet, dass das Meer an diesem Ort an ihrem Gedenktag „dampft“).
- Während der Heiligen Liturgie in der Kirche der heiligen Markella stürmte ein Mädchen in das Gotteshaus und rief laut: „Pater, hören Sie, was mir gerade zugestoßen ist!“ Doch bevor sie mit ihrer Geschichte beginnen konnte, fiel ihr Blick auf die Ikone zu ihrer rechten, die den blutigen Kopf der heiligen Markella in den Wellen treibend zeigte. Das Mädchen schrie: „Diese Frau habe ich gesehen!“ Und sie berichtete davon, dass sie mit ihren Eltern am Strand entlang gegangen war. Sie kamen an den Platz, an dem das Gedenkkreuz steht und wo die heilige Markella vom Pfeil getroffen worden war. „Ich sah eine schwarz gekleidete Frau, die anscheinend Spielzeug verkaufte. Ich fragte meine Eltern, ob diese Frau nicht zu früh zum Fest gekommen sei, aber meine Eltern konnten sie nicht sehen. Wir gingen weiter, doch auf meinem Rückweg sah ich wieder diese Frau. Ich rief, dass sie dort sei. Die Frau hob ihre Hand, winkte mir zu und verschwand plötzlich vor meinen Augen.“ Es war die heilige Märtyrerin Markella gewesen, die dem jungen Mädchen erscheinen wollte, vielleicht, um sie im Glauben zu bestärken.
- Eines Tages brach im Kirchhof ein dicker Zweig eines Eukalyptusbaums ab. An der Bruchstelle erschien das Gesicht eines Mädchens mit einem Heiligenschein. Es handelte sich um die Ikone der heiligen Markella.
Das Kloster und ihre Kirche schmücken zahlreiche Weihgaben geheilter Christen. Aus ganz Griechenland pilgern orthodoxe Gläubige zum Heilgenschrein, um die Wohltaten der heiligen Märtyrin Markella zu empfangen, besonders an ihrem Gedenktag, dem 22 Juli/ 4 August eines jeden Jahres.

1griech. Χίος

2 Das Dorf Volissos liegt im Nordwesten der Insel Chios in der Ägäis. Diese Insel, die bereits seit ca. 5000 Jahren bewohnt und durch ihre Mastixbäume bekannt ist, soll nach der Überlieferung auch die Heimat des griechischen Dichters Homer sein.  

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Salvation in Christianity. The assassinated Father Daniel Sysoyev....

Vita des hl. Isidor, des Narren in Christo und Wundertäters von Rostow

Der heilige Isidor wurde in Germanien in der Gegend von Brennabor oder Brannibor (dem heutigen Brandenburg) in einer wohlhabenden slawischen Familie römisch-katholischen Bekenntnisses geboren. Schon von frühester Jugend an zeichnete sich der heilige Isidor durch Reinheit und Mildtätigkeit aus. So verteilte er all seinen Besitz unter die Armen und verließ sein Elternhaus um des Himmlischen Königreiches willen. Nachdem er sich für den schwierigen Weg des Narren in Christo entschieden hatte, unternahm er, in Lumpen gekleidet und mit einem Wanderstab in der Hand, eine lange Reise durch zahlreiche Städte und Länder, wobei er allerorten Hohn und Spott, manchmal sogar Schläge erduldete. 

Letzte Station seiner langen Reise war Russland. Isidor nahm den Orthodoxen Glauben an und ließ sich in der Stadt Rostow (etwa 170 km nordwestlich von Moskau) nieder. Dort errichtete er eine kleine unüberdachte Reisighütte auf sumpfigem Brachland innerhalb der Stadtmauern und betete dort ganze Nächte lang zu Gott. Tagsüber hielt er sich auf den Straßen der Stadt auf und erduldete voller Demut jegliche Not sowie Erniedrigungen durch seine Peiniger, für die er aus ganzem Herzen betete. Zum Schlafen legte er sich nur für sehr kurze Zeit auf einen Misthaufen oder auf die kalte Erde. 

Beseelt durch die in angespannter Askese angeeignete unermessliche Liebe zu Gott, vermochte er diese Demütigungen und jegliches Leid zu erdulden, wodurch er dem biblischen Hiob ähnlich wurde. So verherrlichte der Herr die ungeheuchelte Liebe Seines Dieners mit der Gabe der Wundertätigkeit. Bekannt ist die wundersame Errettung eines Kaufmannes aus stürmischer See. Dieser war mit seinen Gefährten in Seenot geraten, woraufhin sich die Passagiere dazu entschlossen, durch das Los zu ermitteln, wessen Sünden für die bedrohliche Lage des Schiffes ursächlich seien. Als das Los auf besagten Kaufmann fiel, wurde dieser, ähnlich wie der biblische Jonas, ins Meer geworfen. An einen umhertreibenden Balken geklammert und schon bar jeder Hoffnung auf seine Rettung, sah dieser Kaufmann plötzlich den heiligen Isidor wie über festes Land auf sich zukommen. Auf wundertätige Weise brachte der heilige Isidor den Kaufmann auf das Schiff zurück und pries die Barmherzigkeit Gottes. Bei einer zufälligen Begegnung in den Straßen Rostows verbot es der Heilige dem Kaufmann, von diesem Wunder zu verkündigen, damit dieser anstatt dem Heiligen Gott alleine den Ihm gebührenden Dank entgegenbringen möge. 

Ebenfalls überliefert wurde, wie der heilige Isidor an den Hof des Fürsten von Rostow kam, als dieser gerade den Erzbischof bei sich zu Gast hatte. Auf die Bitte um etwas Wasser zum Trinken wurde der heilige Isidor auf brutale Weise von einem Wächter vom fürstlichen Hof vertrieben. Währenddessen saß man drinnen schon zu Tisch und stellte mit Erstaunen fest, dass alle eben erst aufgefüllten Wassergefäße plötzlich leer waren. Als dem Fürsten bekannt wurde, was sich kurz zuvor vor den Toren seiner Residenz zugetragen hatte, ließ er den Schuldigen bestrafen und schickte seine Soldaten auf die Suche nach dem Heiligen, um diesen flehentlich um Rückkehr an den Hof zu bitten. Kurz darauf erschien der heilige Isidor in den fürstlichen Gemächern mit einer geweihten Prosphore (Opferbrot in der Orthodoxen Kirche) in der Hand und überreichte diese dem Erzbischof mit den Worten: „Eminenz, nimm diese Prosphore entgegen, die ich soeben vom heiligsten Metropoliten von Kiew in der Sophienkathedrale erhalten habe“. In diesem Augenblick stellten alle Anwesenden fest, dass sich alle Wassergefäße wieder mit Wasser gefüllt hatten, womit deutlich wurde, dass die soeben gesprochenen Worte nicht der Phantasie des Heiligen entstammten, sondern dass dieser, ähnlich wie der Prophet Habakuk oder der Apostel Philippus tatsächlich von einem Engel des Herrn durch die Lüfte nach Kiew entrückt und wieder nach Rostow zurückgebracht worden war. 

Ebenso wurde der heilige Isidor von Gott mit der Gabe der Weissagung gesegnet. So erschien er einst auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten aus Anlass der Vermählung des Fürsten Savva Obolensky mit der Fürstin Darja Gluchovskaya und überreichte dem frisch verheirateten Fürsten einen selbstgeflochtenen Kranz aus Feldblumen. Dabei sprach er zum Bräutigam: „Hier hast du, Fürst, auch gleich die Bischofsmütze“. Niemand wollte diesen Worten zunächst irgendwelche Bedeutung beimessen. Doch nach einigen Monaten verstarb die junge Fürstin völlig unerwartet, woraufhin der untröstliche Fürst Obolensky die Weltflucht antrat und als Mönch ins Feropontov-Kloster ging. Später wurde dieser zur Bischofswürde berufen und beendete seinen irdischen Lebensweg als Erzbischof Ioasaf von Rostow (+1489). 

Wenige Tage vor seinem Lebensende wurde der heilige Isidor von seinem bevorstehenden Ableben auf wundersame Weise in Kenntnis gesetzt. Er verschied friedlich im Herrn am 14. Mai 1474. Die Bevölkerung Rostows erfuhr davon durch einen außergewöhnlichen Wohlgeruch, der aus der armseligen Hütte des Heiligen in alle Ecken der Stadt gedrungen war. Ein Passant, der sich gerade in der Nähe der Reisighütte aufhielt, fand den Körper des Heiligen auf der Erde liegend mit auf der Brust gekreuzten Armen, während das Antlitz gen Himmel gewandt war. Der Heilige wurde an der Stelle, wo seine Reisighütte stand, begraben, später wurde an dieser Stelle eine Holzkirche zu Ehren der Himmelfahrt Christi errichtet. Im Jahre 1566 wurde diese Holzkirche auf Geheiß des Zaren Ivan Grozny durch eine steinerne ersetzt. Im Jahre 1770 wurde diese Kirche durch ein Nebenschiff zu Ehren des inzwischen heiliggesprochenen Isidors von Rostow ergänzt, wo sich auch die Reliquien des Heiligen in einem Schrein befanden. Der hl. Dimitri von Rostow bezeugte später, dass sich in der Folgezeit zahlreiche Wunder am Reliquienschrein ereignet hatten, sobald sich nämlich Menschen mit reinem Glauben und Hoffnung auf Beistand an den heiligen Isidor wandten.

http://heiliger-isidor-vita.blogspot.de/